Lufthansa feuert schwulen Flugbegleiter Drucken E-Mail
Geschrieben von: Daniel Frey   
Montag, den 24. November 2008 um 13:09 Uhr

Gemäss einer von blu.fm veröffentlichten Meldung, hat die Lufthansa einen Flugbegleiter fristlos entlassen, weil dieser einen 17-jährigen Lebensgefährten hat und deshalb vorübergehend in Japan im Gefängnis sass.

Warum dies für die deutsche Fluggesellschaft ein Grund zur Kündigung ist, bleibt offen. Offiziell sollte ein Imageschaden des Konzerns abgewendet werden. Die Lufthansa richtete sich in vergleichbaren Fällen aber immer nach deutschem Recht - das Schutzalter für gleichgeschlechtliche Beziehungen liegt da bei 16 Jahren. Laut Mitteilung der Personalvertretung gibt es mehrere dokumentierte Fälle, in denen Lufthansa-Mitarbeiter im Ausland gegen lokale Regelungen und Gesetze verstossen hatten, und dennoch von der Lufthansa unterstützt wurden.

Die entscheidende Frage für die Mitarbeiter der Lufthansa ist nun, ob sich ihr Arbeitgeber vollumfänglich schützend vor ihre Mitarbeiter stellt und sich auch im Ausland klar zum deutschen Grundgesetz bekennt. Trotzdem der Betroffene einen deutschen Arbeitsvertrag hat, verweigerte die Lufthansa jeglichen Rechtsbeistand und liess den Mitarbeiter im Gefängnis versauern.

Der Fall wird jetzt die Gerichte beschäftigen: Für den 4. Dezember ist eine erste Verhandlung vor dem Arbeitsgericht angesetzt.

Übrigens: Schwule Reiseunternehmer reagierten entsetzt. "Wir werden unseren Kunden Lufthansa-Flüge bis auf weiteres nur anbieten, wenn es dazu absolut keine Alternativen gibt", erklärten Vertreter von maenner-unterwegs.de und gaytravel.de.